Wählen Frauen schlechter bezahlte Berufe oder sind die Berufe schlechter bezahlt, weil mehr Frauen sie ausüben? Sind manche Berufe vorwiegend mit Frauen besetzt, weil sich kaum Männer finden, die bereit sind, so schlecht bezahlte Jobs anzunehmen? Oder sind dies Berufsgruppen, wo den Frauen zugesprochene Attribute wie Fürsorge, hohe Belastbarkeit und Einfühlungsvermögen gefragt sind?

Kellner, Friseur, Apotheker, Verkäufer oder Grundschullehrer – früher waren das alles männlich geprägte Berufe. Heute sind es vor allem Frauen, die Haare schneiden und Getränke servieren. “In all diesen Fällen kam es vor oder während der Feminisierung zu einem teils erheblichen Statusverlust dieser Berufe, Berufsbereiche oder Branchen”, erklärt die Soziologin Angelika Wetterer – und nicht immer, aber oft auch zu finanziellen Einbußen.

Bei vielen dieser traditionellen Frauenberufe liegen die Mindestlöhne deutlich unter den 1.500 Euro Brutto, die immer wieder als gesetzlicher Mindestlohn gefordert werden.

Sehen Sie selbst im Gehaltskompass des AMS einige Beispiele:

Fest steht, dass Berufswahl und Karriere vom Geschlecht beeinflusst werden

Die aktuellen Zahlen der Statistik Austria zeigen dies deutlich:

  • Eindeutig männlich dominiert sind Baugewerbe, Handwerkerjobs, Elektriker, Mechaniker, Information- und Kommunikationstechniker, Metallarbeiter
  • Als Bürokräften, in der Reinigungsbranche und in der Betreuung von Pflegebedürftigen sind vorwiegend Frauen tätig
  • Führung liegt noch immer in Männerhand: nur 19% der Geschäftsführer und Vorstände und nur 21% der Führungskräfte in der Produktion sind weiblich.

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