Elisa Aichinger

Senior Managerin bei Deloitte Österreich

Elisa Aichinger

Etwas gegen die Lohnschere tun

„Frauen verdienen weniger und sind leichter auszubeuten. Tut etwas dagegen!” forderte sogar der Papst in seiner Ansprache an die italienischen Gewerkschafter auf.

Österreich belegt beim Gender-Pay-Gap den viertletzten Platz. Laut jüngster Eurostat-Erhebung hat sich der Gender-Pay-Gap in Österreich zwar leicht verringert, liegt aber immer noch bei 21,7 Prozent.

Die Statistiken zeigen, dass die wirtschaftliche Benachteiligung von Frauen nicht mehr wegdiskutiert werden kann.

Je höher die Funktion desto größer ist der Einkommensunterschied

Fakt ist, dass mit ansteigender Hierarchiestufe und Berufserfahrung die Einkommensschere immer weiter aufgeht. Nur (Einstiegs-)gehälter die nahe am Kollektivvertrag liegen, weisen geringe geschlechterspezifische Unterschiede auf.

Darüber hinaus ist der Gender-Pay-Gap auch ein Gender-Career-Gap: je höher die Position desto geringer ist der Frauenanteil (Vertikale Arbeitsmarktsegregation).

Der Gender-Career-Gap geht außerdem mit einem Motherhood-Pay-Gap einher. Frauen mit Kindern verdienen meist weniger als Kolleginnen ohne Nachwuchs. Damit verbunden ist auch die Tatsache, dass viele Frauen wegen der Kinder Teilzeit arbeiten, was meist zu einem Karriereknick führt, denn in den meisten Unternehmen gilt Teilzeitbeschäftigung unvereinbar mit der Wahrnehmung von Führungsfunktionen.

Daraus resultierend ist auch ein Gender-Pension-Gap zu beobachten. Das Pensionsbezugsgefälle zwischen Frauen und Männern beträgt bis zu 60 Prozent, was vor allem durch Berufsunterbrechungen und Teilzeitbeschäftigungen begründet ist.

Führungsarbeit flexibler gestalten

Wir müssen nicht nur Arbeit, sondern auch Führungsarbeit künftig viel flexibler gestalten und dafür praktikable Lösungen finden. Davon würden nicht nur Frauen profitieren – denn immer mehr Männer zeigen Interesse an Kinderbetreuung.

Gleichbehandlungsgesetz ein erster Schritt

Mit der Novellierung des Gleichbehandlungsgesetzes vor 6 Jahren wurden Unternehmen dazu verpflichtet Gehälter in Stelleninseraten anzugeben sowie im Zweijahreszyklus Einkommensberichte zu erstellen. Geschlechtsspezifische Gehaltsunterschiede wurden damit erstmals sichtbar, allerdings meist ohne Konsequenz. Eine geschlechterunabhängige Vergütung sowohl bei Berufseinstieg als auch bei Um- und Aufstieg, muss Bestandteil eines transparenten Gehaltssystems werden, um nichterklärbaren Einkommensunterschiede abzuschaffen.

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Diese Maßnahme wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in der IP Gleichstellung und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz finanziert.