Anita Rainer

Anita Rainer

Geschäftsführerin und Gesellschafterin der BAB Unternehmensberatung GmbH.

Als Organisationsberaterin habe ich viel Erfahrung in der Unterstützung von Führungskräften. Es geht mir darum, den Führungskräften Mut zu machen, die Veränderung von Teamdynamiken als Führungsaufgabe anzunehmen.

 

Wie können Führungskräfte die Dynamik reiner Frauen- und reiner Männerteams positiv beeinflussen

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Genderzusammensetzung von Teams Einfluss auf deren Leistungsfähigkeit hat.
In gemischten Teams gibt es weniger Spannungen, es werden bessere Leistungen erbracht und Herausforderungen werden umfassender und vielseitiger gelöst.

Wenn es aber keine Möglichkeit gibt, das Team neu zu formieren?

Oft stehen bei Projekte kaum weibliche oder männliche Fachkräfte zur Verfügung stehen – dann werden diese Teamdynamiken Teil der Führungsaufgabe.

Das vermeintlich „richtige“ geschlechtsspezifische Rollenverhalten wird uns von Kindesbeinen an vermittelt, durch Familie, Religion, soziales Umfeld und in Büchern und Filmen. Vieles davon nehmen wir gar nicht bewusst wahr und unterliegt einem Wandel.

Revierverhalten in reinen Männerteams

In der männlichen Kommunikation geht es mehr darum sich eine starke Position in der Gruppe zu sichern. Das Leben ist ein Wettkampf, bei dem es um die Vermeidung von Niederlagen geht.   Es werden gute körperliche und geistige Leistungen hervorgehoben. In Männerteams herrscht Klarheit über die Rangordnung. Problematisch wird es aber, wenn Zuständigkeiten nicht geklärt sind oder die Position einzelne Männer in der Hierarchie nicht eindeutig ist.

Führungskräfte von reinen Männerteams sollten eine Kultur des Austauschens unterschiedlicher Sichtweisen und des Querdenkens zu fördern  und hervorzuheben, dass die Sache im Mittelpunkt steht und das bloße Durchsetzen von Positionen oder das Markieren von Revieren unerwünscht ist.

Cliquenbildung in Frauenteams

Weibliche Kommunikation ist eher von Vorsicht, Rücksichtnahme, Harmonie und vertrauensbildenden Signalen geprägt.  Mädchen heben eher Gemeinsamkeiten hervor und kehren gute Leistungen unter den Tisch, weil Understatement mehr Bonuspunkte in Freundschaften bringt. Konflikte werden selten offen ausgesprochen.

Bei Frauenteams stehen meist eine oder  mehrere Frauen im Zentrum, dem sich die anderen Teammitglieder zugehörig fühlen. Die Zugehörigkeit wird dabei in erster Linie durch Zustimmung signalisiert. Bewusst oder unbewusst führt diese Form der Kommunikation zur Cliquenbildung, manchmal auch mit wechselnden Fronten.

Männliche Führungskräfte können die Dynamik in Frauenteams oft schwer nachvollziehen und versuchen daher, sich eher fernzuhalten. Weibliche Führungskräfte verstehen im Allgemeinen zwar besser, was in Frauenteams geschieht, aber häufig werden sie selbst Teil dieser Dynamik.

Es braucht Führungskräfte, die Aufmerksamkeit und Mut haben, eine offene Kommunikation im Team zu fördern, unausgesprochene Spielregeln zu hinterfragen
und durch neue, gemeinsam formulierte Regeln zu ersetzen, die jeden Einzelnen und jede Einzelne fördern.

 

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