Wie groß ist der Gender Pay Gap tatsächlich?

Sehen Sie sich die Zahlen im Detail an:

Leichter Fortschritt?

Auch wenn sich auf den ersten Blick der Pay Gap gegenüber dem Vorjahr (EU Vergleich) um 0,2% verbessert hat bzw. der Equal Pay Day dieses Jahr einen Tag früher errechnet wurde, kann man leider beim näheren Blick auf die Zahlen nicht wirklich von einem Fortschritt sprechen. Richtig ist, dass der Gender Pay Gap bei den Vertragsbediensteten und Beamten geringer geworden ist. Fakt ist aber auch, dass die Schere bei den Arbeitern und Angestellten sogar noch um 1% mehr aufgegangen ist. Besonders dramatisch ist die Erhöhung des Gender Pay Gaps in der Gruppe der Angestellten Führungskräfte – Frauen verdienen hier 39% weniger als Männer (im Vorjahr betrug der Unterschied 31%). Das oftmals ins Treffen geführte Teilzeitargument gilt hier nicht, da hier nur die Ganzjährig Vollzeitbeschäftigten verglichen wurden.

Da es für Frauen auch viel schwieriger ist aufzusteigen, sind diese Zahlen besonders dramatisch. Die heimischen Chefetagen sind nach wie vor überwiegend mit Männern besetzt.

Während der Frauenanteil unter den Erwerbstätigen mittlerweile bei 46,8 % liegt, finden sich in den 200 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs lediglich 15,8 Prozent Prokuristinnen.

Eine Hierarchieebene darüber – in der Geschäftsführung – sind noch weniger Frauen vertreten, nämlich 8,4 Prozent. An der Spitze der Führungspyramide stehen überhaupt nur noch 3,6 Prozent weibliche CEOs.

Pay Gaps nach sozialer Stellung

Brutto-Jahreseinkommen 2017 – Ganzjährig Vollzeitbeschäftigter
(Median)
 

Arbeiter/innen (Pay Gap Vorjahr 29%)

%

  • Männer € 36.596 100%
  • Frauen € 25.455 70%
  • Frauenanteil: 123.400 Frauen, Männer 562.153 17%

Angestellte (Vorjahr 32%)

%

  • Männer € 56.321 100%
  • Frauen € 37.955 68%
  • Frauenanteil: 40% 40%

Vertragsbedienstete (Vorjahr 10%)

%

  • Männer € 43.895 100%
  • Frauen € 40.360 92%
  • Frauenanteil: 57% 57%

Beamte (Vorjahr 98%)

%

  • Männer € 58.481 99%
  • Frauen € 59.822 100%
  • Frauenanteil: 34% 34%

Pay Gaps nach Funktionen - Ganzjährig Vollbeschäftigte Angestellte

Brutto-Jahreseinkommen Einkommensbericht 2018 – Ganzjährig Vollbeschäftigte Angestellte

Nicht nur, dass Frauen schlechtere Aufstiegschancen haben, verdienen Sie auch deutlich weniger, wenn sie es bis nach oben geschafft haben. Gegenüber dem Vorjahr ist der Gender Pay Gap bei Führungskräften noch deutlich größer geworden und beträgt mittlerweile 39% (Vorjahr 31%)*.

Berechnungsmethode Median
Quelle: Einkommensbericht 2018  der Satistik Austria

Führungskräfte (Vorjahr 31%)

%

  • Männer € 82.276 100%
  • Frauen € 49.900 61%
  • Frauenanteil: 22% 22%

Hochqualifizierte Tätigkeiten  (Vorjahr 19%)

%

  • Männer € 65.122 100%
  • Frauen € 55.686 86%
  • Frauenanteil: 32% 32%

Höhere Tätigkeiten  (Vorjahr 71%)

%

  • Männer € 60.694 100%
  • Frauen € 42.875 71%
  • Frauenanteil: 22% 22%

Mittlere Tätigkeiten  (Vorjahr 23%)

%

  • Männer € 45.217 100%
  • Frauen € 34.475 69%
  • Frauenanteil: 51% 51%

Facharbeiter-/Meister/-Innen  (Vorjahr 29%)

%

  • Männer € 43.374 100%
  • Frauen € 31.173 72%
  • Frauenanteil: 30% 30%

Hilfs- und angelernte Tätigkeiten (Vorjahr  21%)

%

  • Männer € 33.841 100%
  • Frauen € 26.769 79%
  • Frauenanteil: 52% 52%

Pay Gaps nach Altersgruppen

Bruttojahreseinkommen unselbstständig Erwerbstätigen

bis 19 Jahre

%

  • Männer € 5.291 100%
  • Frauen € 4.164 79%

20 bis 29 Jahre

%

  • Männer € 22.367 100%
  • Frauen € 17.129 77%

30 bis 39 Jahre

%

  • Männer € 35.748 100%
  • Frauen € 22.258 62%

40 bis 49 Jahre

%

  • Männer € 45.301 100%
  • Frauen € 27.892 62%

50 bis 59 Jahre

%

  • Männer € 50.663 100%
  • Frauen € 32.340 64%

60 Jahre und älter

%

  • Männer € 61.141 100%
  • Frauen € 42.762 70%

Q: STATISTIK AUSTRIA, 2016
Lohnsteuerdaten – Sozialstatistische Auswertungen. Erstellt am 20.12.2017,  Ohne Lehrlinge,  Bruttojahresbezüge gemäß § 25 EStG

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Pay Gaps nach höchster abgeschlossener Bildung

Bruttostundenverdienste unselbstständig Erwerbstätigen

Pflichtschule

%

  • Männer € 12,38 100%
  • Frauen € 10,41 84%

Lehrabschluss

%

  • Männer € 15,81 100%
  • Frauen € 12,37 78%

Berufsbildende mittlere Schule, Meisterprüfung

%

  • Männer € 18,86 100%
  • Frauen € 14,41 76%

Allgemeinbildende höhere Schule

%

  • Männer € 18,27 100%
  • Frauen € 14,33 78%

Berufsbildende höhere Schule

%

  • Männer € 21,83 100%
  • Frauen € 15,28 70%

Kolleg, Akademie, hochschulverwandte Lehranstalt

%

  • Männer € 22,17 100%
  • Frauen € 16,84 76%

Universität, Fachhochschule

%

  • Männer € 28,39 100%
  • Frauen € 20,20 71%

Q: STATISTIK AUSTRIA
Verdienststrukturerhebung 2014. Erstellt am 12.05.2017. OBruttojahresbezüge gemäß § 25 EStG Unselbständig Beschäftigte in Unternehmen mit zehn und mehr Beschäftigten in der Privatwirtschaft (Wirtschaftsabschnitte B-N und P-S der ÖNACE 2008). Ohne Lehrlinge. – Bruttostundenverdienste exkl. Mehr- und Überstunden (enthalten sind hingegen Zuschläge für Nacht-, Schicht-, Sonn- und Feiertagsarbeit).

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Lohnunterschied in % zwischen Frauen und Männer (EU Vergleich)

anhand der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste (Vorjahr Östereich 20,1)

 

25,3 Estland
21,8 Tschechien
21,5 Deutschland
21,0 UK
20,1 Österreich
19 Slowakei
18,3 Portugal
17,4 Finnland
17 Lettland
17 Schweiz
16,3 Island
16,2 EU
15,6 Niederlande
15,2 Frankreich
15,0 Dänemark
14,9 Norwegen
14,4 Bulgarien
14,4 Litauen
14,2 Spanien
14,0 Ungarn
13,9 Irland
13,9 Zypern
13,3 Schweden
12,5 Griechenland

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© 2019 Equal Pay

Diese Maßnahme wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in der IP Gleichstellung und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz finanziert.