Lesen Sie mehr dazu auf

Arbeitgeber müssen sich der Transparenz stellen.

Das eigene Gehalt mit Kolleginnen und Kollegen zu vergleichen ist wichtig, um Missstände auszuräumen, wie der Fall von Carrie Gracie einer Korrespondentin des britischen Senders BBC zeigt. Sie fand heraus, dass Ihre männlichen Kollegen bis zu 50% mehr Gehalt bekommen. Obwohl sie ein verbessertes Gehalt angeboten bekam, als sie sich beschwerte, kündigte die Journalistin Ihren Job und machte ihren Fall in einem offenen Brief auf Ihrem Blog publik. In den sozialen Medien solidarisiert man sich unter dem Hashtag #IStandWithCarrie mit ihr. In den letzten Monaten sollen sich bis zu 200 Frauen bei der BBC über ungleiche Bezahlung beschwert haben.

In Österreich herrscht was das Gehalt betrifft noch eine Schweigekultur: Diskretion hat einen höheren Wert als Transparenz und es gibt kein Recht auf Information, wie viel ein anderer Kollege oder eine Kollegin verdient. In Zeiten von Social Media rückt aber das unternehmerische Handeln von Firmen immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Mit dem Gehaltsrechner auf www.gehaltsrechner.gv.at kann man in wenigen Minuten herausfinden ob man fair entlohnt wird.

Auch tragen Plattformen wie kununu  – die die Möglichkeit bieten, das Gehaltssystem von Arbeitgebern zu bewerten – zu mehr Transparenz bei.

Seit 2011 sind Unternehmen mit mehr als 150 Beschäftigten verpflichtet, sogenannte Einkommensberichte zu erstellen. Daraus lässt sich theoretisch herauslesen, ob Frauen und Männern gleiches Geld für gleiche und gleichwertige Tätigkeiten bekommen. Praktisch zeigt  sich aber, dass diese  Einkommensberichte nicht einfach zu lesen und zu interpretieren sind.

Geht es nach Experten, sollte die Schweigekultur rund um Gehälter in Österreich beendet werden. Durch eine differenziertere Darstellung und Aufbereitung kann der Beitrag der Einkommensberichte zum Thema Gehaltstransparenz jedenfalls noch verbessert werden.

© 2019 Equal Pay

Diese Maßnahme wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds in der IP Gleichstellung und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz finanziert.